Wichtige Informationen und Tipps rund um das Thema Umzug

Kein Wunder, dass die meisten Deutschen einem Umzug nicht entspannt begegnen. Immerhin muss der gesamte Hausrat in Kartons gepackt, Möbel zerlegt und unzählige Behördenwege gemacht werden. Eines ist klar: Schon alleine, weil im Zuge einer Übersiedelung zahlreiche Formalitäten zu erledigen sind, kostet der Umzug Zeit. Wer anhand einer Checklist die Behördenwege Punkt für Punkt abarbeitet, kommt schneller voran. Außerdem hilft ein genauer Plan auch dabei, alle Fristen einzuhalten. Ein Versäumnis kann nämlich teuer zu stehen kommen.

Die Gesetze und Fristen der Mietverträge zu kennen spart Stress und Nerven

Manchmal kommt bei einer Übersiedelung das böse Erwachen: Dann nämlich, wenn man sich mit dem aktuellen Mietvertrag auseinandersetzt und darin einige Klauseln entdeckt, die einen Umzug erschweren. Dazu zählt zum Beispiel die Kündigungsfrist, die in Deutschland generell drei Monate beträgt. Wer aus seiner aktuellen Bleibe ausziehen möchte, muss den Vermieter rechtzeitig davon in Kenntnis setzen. Steht der Umzugstermin zum Beispiel mit 31. Oktober fest, muss das Schreiben spätestens am 3. Werktag im August beim Vermieter einlangen.

In längerfristigen Mietverträgen ab einer Dauer von acht Jahren ist auch die Vereinbarung einer längeren Kündigungsfrist zulässig. Sie kann bis zu neun Monaten betragen.  Ebenso zulässig ist einen Kündigungsausschluss im Vertrag festzulegen: Dann darf der Mieter den Vertrag für einen bestimmten Zeitraum (maximal vier Jahre) nicht auflösen. Allerdings gibt es Sonderkündigungsgründe:

  • Eine außerordentliche Kündigung ist möglich, wenn der Vermieter eine Erhöhung der Miete ankündigt. Dann hat der Mieter bis zum Ablauf des zweiten Monats nach der Verständigung Zeit den Vertrag aufzulösen. Der Umzug muss dann 2 Monate später erfolgen. Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung: Die Information über die Mieterhöhung langt am 10. März beim Vermieter ein. Dann hat dieser bis zum 31.5. Zeit, eine außerordentliche Kündigung bekanntzugeben. In diesem Falle endet der Vertrag am 31.7.
  • Wichtig ist zu wissen, dass es bei der Erhöhung der Betriebskosten kein Sonderkündigungsrecht gibt. In diesem Falle dürfen Mieter zwar Einsicht in die Abrechnung nehmen, müssen jedoch die regulären Fristen einhalten
  • Vorzeitig auflösen können Mieter den Vertrag bei der Ankündigung einer umfassenden Sanierung, die sich negativ auf die Wohnqualität auswirkt
  • Auch bei gesundheitlicher Gefährdung, wie zum Beispiel durch Baufälligkeit. Sollte der Mieter eine akute Gefährdung nachweisen können, ist sogar eine fristlose Kündigung möglich

In fast allen Fällen wird es sich nicht vermeiden lassen, für einen Monat sowohl an der alten als auch an der neuen Adresse Miete zu bezahlen. Immerhin braucht es einige Zeit bis die Kartons gepackt und die Möbel zerlegt sind. Wer kein Lager als Zwischenlösung für den Hausrat hat, kommt um die Doppeltzahlung nicht herum.

Vor dem Umzug weitere Verträge auflösen

Sollte der Energieversorger auch die neue Adresse beliefern, ist eine Auflösung des Vertrags im Prinzip nicht notwendig. Über die Änderung der Adresse sollte der Stromanbieter auf alle Fälle in Kenntnis gesetzt werden. Möchte man den Stromanbieter mitnehmen, sind die Formalitäten meistens einfach: Auf der Webseite des Betreibers finden Kunden ein Formular zur Adressänderung. Darin wird die Vertragsnummer eingegeben, die auf der Jahresabrechnung zu finden ist. Außerdem muss man die neue Anschrift eintragen. Auch der Zählerstand spielt eine entscheidende Rolle: Er sollte sowohl im alten als auch im neuen Objekt notiert und als Beweismittel sogar fotografiert werden.

Ebenfalls denken sollte man an den Internetanbieter: Sollte dieselbe Leistung am neuen Wohnort verfügbar sein, kann man den Vertrag einfach mitnehmen und das Telekommunikationsunternehmen über die neue Adresse informieren. Ein Anrecht haben Kunden auf die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit: Wird diese am neuen Wohnort unterschritten, besteht ein Kündigungsrecht. Jedoch ist die Auflösung des Vertrags laut aktueller Rechtslage mit finanziellen Nachteilen verbunden. Selbst wenn man bereits ein halbes Jahr vor dem Umzug kündigt, muss der Tarif noch drei Monate danach weiterbezahlt werden. Die dreimonatige Kündigungsfrist beginnt nämlich erst mit dem Adresswechsel.

Falls man in eine andere Stadt zieht, sollte man auch auf weitere Verträge wie die Mitgliedschaft in einem Sportverein, die Jahreskarte im Schwimmbad oder den Vertrag im Fitnesscenter nicht vergessen.

Die neue Adresse Behörden und Abreitgeber melden

Wenn der Umzug nicht mit einem Jobwechsel verbunden ist, muss der Arbeitgeber rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werden. Möglicherweise hat die Übersiedlung Einfluss auf die Pendlerpauschale. Entgegen der Meinung vieler haben Arbeitnehmer in Deutschland bei einem Umzug keinen Anspruch auf Sonderurlaub. Ausnahme ist der Umzug des Betriebs, der auch eine Änderung des Wohnorts erfordert.

Wichtig ist sich auf der zuständigen Meldebehörde innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug anzumelden. Eine Abmeldung an der alten Adresse ist nicht notwendig, da die Ämter miteinander vernetzt sind. Für die Ummeldung ist ein Identitätsnachweis (also zum Beispiel ein Reisepass oder ein Personalausweis) mitzubringen, außerdem benötigt man das Anmeldeformular und eine Bescheinigung des Vermieters, dass sein Objekt tatsächlich bezogen wurde. Grundsätzlich ist die Ummeldung kostenlos. Auch die Ummeldung des Autos sollte zeitnah erfolgen, hier gilt eine Frist von einer Woche. Da man mittlerweile das Kennzeichen aus einem anderen Bundesland mitnehmen kann, ist es möglich die Ummeldung online vorzunehmen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.